Wenn ich auch oben von problemlos absolvierten Fahrten sprach, so gibt es schon noch ein paar kleine Problemchen, die etwas nerven: Unbotmäßige Resonanzen zw. 3500 und 4500/min, leicht mahlendes Kupplungsausrücklager, undichte Ölablassschraube und ein schlecht eingestellter Vergaser. Da letzterer etwas mehr als nur etwas nervte, wollte ich dort angreifen. Die hier schon mehrfach erwähnte Werkstatt um die Ecke hatte den Vergaser bereits in der ersten Augustwoche nach Bremsenentlüften und Spureinstellen auf einen halbwegs stabilen Leerlauf und einen CO-Wert von ca. 4 % eingestellt, weil der Motor darunter unrund lief. So weit, so gut.
Es blieben allerdings eine schlechte Gasannahme beim Beschleunigen und eine schlechter Leerlauf nach dem Kaltstart. Ich konnte mir dann in eben jener Werkstatt ein altes Bosch-CO-Messgerät leihen, um über mehrere Tage von Start zu Start einen immer weiter sinkenden CO-Wert messen zu können:
Ich vermutete Verschmutzungen und Beläge auch im Inneren des Vergasers, die sich im Betrieb verändern und das Gemisch auf zufällige Weise beeinflussen. Da ich sowieso noch einen Reparatursatz für den WEBER 34 DATR 1/250 hatte, beschloss ich diesen zu verbauen. Wie man auf den Bildern sieht und man nach dem Abstellen des Autos in der Garage auch riechen konnte, waren die Dichtungen ohnehin schon "durch":
Nach äußerlicher Reinigung habe ich den Deckel abgenommen, hier ein Bild mit dem "Kit di riparazione":
... und hier die Reihenfolge der Düsenbestückung:
Bei einem Kollegen konnte ich alles in einem Ultraschallbad reinigen:
... und gelangte zu folgendem, zunächst überzeugenden Ergebnis:
Auch eingebaut sieht alles schick aus:
Die Funktion des Vergasers war nun allerdings noch schlechter als vorher! Ich konnte auch bei absurd verstellter CO-Schraube keinen Wert über 0,2 % einstellen! Einzig beim vollen Durchtreten des Gaspedals lieferte die Beschleunigerpumpe genug Benzin, um den Motor sauber zu betreiben. Leider erst dann kam ich auf die Idee, mal etwas Zündfähiges von außen in Richtung der Drosselklappenwelle zu sprühen - und siehe da: Der Leerlauf beruhigte sich, die Drehzahl erhöhte sich leicht und (laufzeit-)verzögert stieg auch der CO-Gehalt auf über 1 %! Das Ganze natürlich so lange, bis der (in diesem Fall) Bremsenreiniger durchgesetzt war. Damit war klar, dass der Motor über den Spalt zwischen Drosselklappenwelle und -lagerung Luft zieht, die das Gemisch abmagert. Davon hatte ich zwar schon in verschiedenen Gesprächen und unzähligen Artikeln in Oldtimer-Magazinen gehört, aber lange nicht in Verbindung mit meinem Vergaser gebracht. Die beliebte Wechstabenverbuchselung zu "Versager" darf ich hiermit auf mich münzen! Mit dem Ultraschallbad wurden zusätzlich wohl die bisher noch einigermaßen dichtenden Verharzungen beseitigt und befreiten das Lagerspiel, was ich im Nachhinein auf "ertasten" konnte.
Zum Glück gibt es Betriebe, die derlei Probleme durch neues Ausbuchsen beheben können. Ich bin einer Empfehlung meines Kollegen Andreas gefolgt, der dort schon gute Erfahrungen mit dem Zerstäuber seines Coupé S machen konnte und habe den WEBER mit einigen mir vorliegenden Daten dorthin geschickt. Mal sehen...